Viele Menschen verfallen in eine Depression, ohne das sie es wissen. Ihnen geht es von Tag zu Tag schlechter und der eigentliche Grund dafür ist nicht sichtbar. Man nimmt mehr und mehr Abstand vom eigentlichen Leben, möchte nicht mehr raus gehen zu Freunden oder seine Hobbys weiterhin nachgehen. Die Interessen schlafen nach und nach ein. Man fängt an zu grübeln, denkt über so vieles nach, was für andere unwichtig erscheint. Viele schauen nicht mehr in den Spiegel, weil sie sich selbst nicht mehr ertragen können. Einige weinen auf einmal von einer Sekunde auf die nächste und wissen nicht warum. Die innere Kraft verschwindet und nur die, welche den Grund wissen möchten, fangen an, Vermutungen zu äußern. Der Großteil macht es mit sich selbst aus und redet mit niemanden darüber. Das ist fatal, denn die Gedanken kreisen sich wie ein Karussell und es bildet sich ein Nebel im Kopf und der Teufelskreis beginnt seinen Lauf... Der innere Druck wird größer. Und es ist unterschiedlich, wie der Mensch darauf reagiert. Einige betäuben sich mit Alkohol, andere mit Drogen und wiederum andere fangen an sich zu ritzen und im schlimmsten Fall nehmen sie sich das Leben. Nichts davon ist sinnvoll und hilft auch nicht weiter! Dem eigentlichen Grund auf die Spur kommen, die Probleme an die Wurzel zu fassen, ist sinnvoll, benötigt aber eine Menge Kraft und Ausdauer.
Eine Frau wurde vor kurzem 40 Jahre alt. Sie hatte alles was sie wollte und trotzdem ging es ihr von Tag zu Tag schlechter. Sie konnte es sich nicht erklären und ging davon aus, dass sie wohl in die Wechseljahre kommt. Aber ihre Launen wurden immer unerträglicher. Nicht nur ihre Familie litt darunter, sondern auch sie selbst. Durch Gespräche mit ihrem Hausarzt wurde ihr bewusst, das sie unter einer Depression litt. Ihre Gedanken kreisten ständig um das „Warum?“, denn sie besaß doch alles. Sie hatte einen guten Job, einen liebevollen Ehemann und zwei Musterkinder. Erst als sie Suizidgedanken hatte sprach sie wieder mit ihrem Arzt und bat ihn um Hilfe. Ihr Hausarzt nahm sich Zeit für sie und er stellte ihr verschiedene Fragen. Erst da kam heraus, warum sie unglücklich war. Und nach langer Überlegung erkannte sie den Auslöser für ihre Krankheit. Die Situation wurde klarer, als sich schleichend die Depression einnistete... Sie hatte zu diesem Zeitpunkt viel mit ihrem Bruder gestritten. Er kam nur zu ihr, wenn er was brauchte. Sei es Geld oder jemanden, der ihm die Wäsche machte. Ihr Bruder war fünf Jahre jünger als sie und wurde schon als Kind immer bevorzugt. Sie selbst kämpfte ständig um Aufmerksamkeit, wollte es ihren Eltern immer recht machen und wurde somit eine Perfektionistin. Aufgrund des Streites – sie erklärte ihrem Bruder, dass er nicht mehr kommen brauche, da sie ihm nicht mehr helfen wolle – hat das Unterbewusstsein schemenhafte Erinnerungen freigegeben. Auch mit 40 wollte sie immer perfekt sein und tat alles für ihre Familie. Sie selbst kam zu kurz. Und wenn sie mal etwas für sich machen wollte, so wurde sie von der Familie gestoppt.
Ein Beispiel, wie die Depression zustande kommen kann und wie die Hintergründe aussehen. Es gibt viele Beispiele und alle sind zwar unterschiedlich, haben aber den selben Auslöser – die Krankheit Depression!
Sehr wichtig ist es mit anderen über sein Empfinden zu reden. Denn durch die Krankheit fängt man an Engstirnig zu denken. Im Kopf entwickelt sich eine Sackgasse und man fühlt sich gefangen, hat das Gefühl der Hilflosigkeit und das es nicht mehr besser gehen kann. Dadurch, dass man über sein Empfinden redet bekommt man andere Meinungen. Nicht alle möchte man hören und besonders die Sprüche „Stell Dich nicht so an“ oder „Was hast Du eigentlich, Dir geht es doch gut, Du hast doch alles!“, ziehen einen mehr runter als das sie in irgend einer Weise hilfreich sind. Sich mit Fachkräften oder ebenfalls betroffenen Menschen zu unterhalten ist da sinnvoller und vor allem hilfreicher. Denn da wird man verstanden und bekommt Tipps, wie man aus einer Depression wieder rauskommen kann. Tipps von Betroffenen für Betroffene.