Der Mensch denkt viel. Aber jeder Mensch denkt anders. Klar, es gibt verschiedene Dinge, wo viele gleich denken. Aber ist es nun angeboren oder angeeignet?! Das Denken hat direkt und indirekt mit der Psyche zu tun. Vieles was im Unterbewusstsein passiert bekommt der Mensch nicht mit. Er merkt zwar – nicht jeder – das da irgendwas abgeht im Kopf, aber kommt nicht dran. Sensible Menschen merken die Veränderungen. Es ist wie ein Film, welcher schnell vorgespult wird und man eigentlich nichts erkennen kann, außer die Streifen. Die Sinne des Menschen erreichen natürlich auch die Psyche. So ist es positiv die Sonne zu sehen und zu spüren. Es tut der Psyche gut. Doch ein traumatisierter Mensch reagiert auf Gerüche eventuell extrem negativ. Wie zum Beispiel das eines Autos, deren lederner Geruch. Wurde ein Mensch in einem Auto mit ledernen Geruch misshandelt oder erlebte einen gefährlichen Autounfall, so kann dieser Geruch die Erinnerungen ohne Vorwarnung wieder hervorrufen.
Durch jede schlechte Erfahrung des Menschen ändert sich das Gehirn. Es entwickelt eigene Gedankengänge, verdreht diese, lässt sie zu Sackgassen machen oder verknotet sie. Der Mensch selbst merkt es anfangs gar nicht. Es ist von der Psyche eine Überlebensstrategie.
Wird ein Mensch von einem Hund schlimm gebissen, so reagiert er auf alle Hunde ängstlich. Die Psyche warnt ihn, möchte nicht noch einmal gebissen werden. Da hilft es auch nicht, das der Mensch weiß, das der Nachbarshund doch ganz lieb ist und gar nicht beißen kann, auch wenn er es gerne wollte. Um die Angst zu überwinden muss der Mensch über seinen Schatten springen. Er muss die Psyche austricksen, indem er positive Erfahrungen mit Hunden sammelt. So ist das eigentlich bei den meisten Traumatisierungen. Man muss wiederholt positive Erfahrungen sammeln, um die Traumatisierung und Ängste loszuwerden.
Ängste werden übrigens auch durch schlechte Erfahrungen ausgelöst. Diese können auch nur Erzählungen sein. So kenne ich eine junge Frau, welche Angst hat mit dem Aufzug zu fahren. Es hat nichts mit der Enge des Aufzuges zu tun – manche bekommen ja Platzangst – auch nicht damit, das sie mal stecken geblieben ist. Die Angst wurde damit ausgelöst, das sie seit Kindheitstagen zu viele schlechte Dinge über Aufzüge gehört hat.
Ähnlich wie mit Spinnen. Okay, Spinnen können eklig aussehen, aber die meisten Spinnenarten sind nun mal wirklich harmlos. Meist ´vererben` die Eltern es den Kindern. Oft ist es so, dass sich das Kind interessiert eine Spinne ansieht und dann schon von Mutter oder auch Vater geschrieen wird. „Iiiihhhhh eine Spinne! Ekelig, igit, mach sie weg, tritt drauf, oh Gott!“ Und die Person schüttelt sich vor Ekel. Eigentlich ist eine Spinnenphobie keine wirkliche Angst, sondern einfach nur ein Ekelgefühl. Man ekelt sich, hat keine Angst. Trotzdem wird es als Angst bezeichnet...
edit: Ich kann das so nicht stehen lassen, denn der Ekel wird zur Angst. Manche werden richtig panisch.
Das Kind, welches die Spinne interessiert angeschaut hat, erschreckt sich natürlich, wenn die Eltern schreien. Es kann ja nur davon ausgehen, das die Spinne eine Gefahr bringt. Demnach stemple ich es nun auch als Angst ab.
Aus den Ängsten werden Persönlichkeitsstörungen. Und da es viele verschiedene Arten von Ängsten gibt, kann man davon ausgehen das es nicht viele Menschen gibt - ohne Persönlichkeitsstörungen. Nur sind die bei den einen ausgeprägt, bei dem anderen erst auf dem fünften Blick zu sehen. Da kommt die Frage wieder auf, ob es sich dann wirklich um Persönlichkeitsstörungen handelt oder ob es völlig normal ist. Nun, solange es nicht sehr auffällig ist, ist es normal – würde ich sagen. Wo kommen wir auch hin, wenn jeder Mensch zum Therapeuten laufen würde, wo doch die Therapeuten eh schon so lange Wartezeiten haben und selbst zum Kollegen rennen müssen, damit sie nicht schlapp machen.
Verhaltensauffällig nennt man es ebenfalls. Nun, ich bin nicht vom Fach und kann nicht sagen ob es wirklich das ein und das selbe ist. Wir leben schließlich in einer demokratischen Zeit, in einer Zeit wo alles und jeder einen eigenen Namen trägt.